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Master´s Logbuch

ML2: Trends

22.01.2011 by Otti

Warum ich vielleicht nie regelmäßig in einer großen Zeitung schreiben werde? Ich bin ein Trend-Hasser. Trends sind für mich der Inbegriff der kollektiven Dummheit.
Alle haben ein iPhone, iPad, iErkocher... Ich nicht. Mag sein, dass das Produkt gut ist, aber sicher nicht so gut wie es durch Marketing und Hype nach außen hin aussieht. Und die Leute kaufen es, weil es jeder tut, und man damit "In" ist. Ich habe bis heute weder Harry Potter noch irgendwelche Bis(s)-Bücher gelesen. Wozu auch? Man wurde und wird ja in den Medien so damit zugedröhnt, dass ich in beiden Fällen die wichtigsten Charaktere sowie die Grundhandlung schon kenne. Davon abgesehen, dass mich beide Stories auch nicht besonders reizen, wird durch solche Reizüberflutung und das Vorwissen eine potentielle Lektüre nicht unbedingt interessanter.
Dabei sind Trends in der Kultur manchmal sogar ganz nützlich. Es ist in meinen Augen wichtig, dass die Kids sich mit Literatur befassen und so einen klassischen Bildungsweg für sich entdecken. Wenn sie dann von einem Zauberlehrling oder einer Teenie-Vampirromanze dazu animiert werden soll es mir recht sein, solange sie im Anschluss mit dem Hobby "lesen" weitermachen. Tun sie nur oftmals nicht.
Auch wenn Musik zur Mode wird ist mir das gleich. Es gab immer wieder Phasen wo es plötzlich cool war, Gothic, Punk oder Metal zu hören und in denen dann entsprechende Bands die Charts erstürmt haben. Solche Wellen gehen auch wieder vorbei, sorgen aber dafür, dass interessierter Nachwuchs quasi in die Szenen reingespült wird... Aber das ist ein Thema, worüber ich einen komplett eigenen Text schreiben könnte.

Was ich damit sagen will: Ich habe nichts gegen einzelne Trends, sie gehören zur Gesellschaft dazu. Was mich nervt ist der blinde Umgang damit, sowohl vonseiten des Konsumenten, als auch durch die Medien. Ein Produkt wird meist nicht mehr gekauft, weil es das beste ist, sonder weil es zum guten Ton gehört es zu besitzen. Als das iPhone auf den Markt kam war es in vielen Hinsichten innovativ und hat Kundenwünsche befriedigt, die andere Hersteller bis dahin ignoriert hatten. Dass sich daraufhin viele Menschen das Mobiltelefon von Steve Jobs kauften ist nachvollziehbar. Das iPhone 4 hingegen ist mit zahlreichen Mängeln auf den Markt gekommen, doch das Gros der Apple-Anhänger schaute drüber hinweg. Warum? Weil es mittlerweile ein Status-Symbol ist, ein solches Ding zu besitzen. Man redet häufiger vom iPhone als vom Smartphone, obwohl letzteres der Markenneutrale Sammelbegriff wäre. Weitaus bessere und hochwertigere Konkurrenzprodukte können sich kaum durchsetzen. Warum? Weil es eben auf dem Schulhof oder bei den Kollegen nicht so nen Eindruck schindet zu sagen "Schau mal, mein neues Samsung" wie wenn man protzen kann "Hier, ich hab das neueste iPhone."
Da wird dann nicht mehr die Qualität des Produktes bewertet sondern vor allem seine Reputation und sein Image, und genau davon leben Trends. Selbst in meiner Lieblings-Technik-Zeitschrift durfte ich eben folgenden Satz im Zusammenhang mit einer Game-App lesen: "Zu diesem Preis lohnt der Kauf dennoch, schon allein, um im Freundeskreis zu präsentieren, was das iPhone alles kann".
Diese Aussage verdeutlicht den Gipfel dessen, was ich hier anprang... äh... kritisiere, und sie war der Anstoß für mich, das hier niederzuschreiben. Ist es denn schon guter Ton, wenn man im Freundeskreis angibt und sagt "Ey Alda, guck mal hier mein Eifon, dat kann sogar 3D! Und in Farbe!"? Sollen wir nun billige Download-Spielchen kaufen, um damit einen Hersteller zu bewerben UND zu unterstützden, der vor allem durch geschicktes Marketing einen Mythos aufrecht erhält, sich aber konsequent weigert, Eingeständnisse zu machen, wenn es darum geht benutzerfreundliche Standards zu entwickeln? Und vor allem - Warum muss ein Journalist in einem renommierten Magazin auf solch gedankenlose Art auch noch das dumme Image-Angebertum fördern, gar fordern?

Gut, der Autor besagter Zeile wird sich nichts böses dabei gedacht haben. Auch ist anzunehmen, dass er nicht jedes Wort in seinen zahlreichen Produktrezensionen auf mögliche Nebenwirkungen untersucht. Aber es ist eben nicht zuletzt genau dieser Form von Berichterstattung zu verdanken, dass der Konsument geblendet wird und dadurch erst recht auf den Trend-Zug aufspringt. Statt differenziert zu hinterfragegen wird eben das Modeprodukt iPhone noch gepusht und gestärkt. Der Verbraucher soll zum letzten Marketingrädchen werden und Geld ausgeben, um angeben zu können - weswegen dann andere sich das Zeug ebenfalls kaufen. Die gleichen so erblindeten Konsumenten sind es dann allerdings auch nicht selten, die nur deswegen zum Aldi gehn, weil da die Butter grad 2 Cent günstiger ist als beim Lidl. Man trichtert ihnen ja regelmäßig ein, dass Geiz geil sei. Und dann wiederum regt man sich auf, weil Futtermittelhersteller dioxinhaltige Stoffe verarbeiten oder Nutzviehbetriebe ihre armen Tiere einpferchen, statt sie alle freilaufend mit natürlichen Nahrungsmitteln zu beglücken. Das "nur" um Kosten zu sparen... Aber auch diese Thematik wäre Stoff für ein komplett eigenes Meinungspamphlet.

Worauf ich hinaus will: Trends zeugen von kollektiver Dummheit, die Medien fördern diese, und Querdenker wie ich stören da nur. Dabei will ich gar nicht behaupten, dass ich alles "besser" mache und jedes Produkt nur nach sorgfältiger Reflektion kaufe. Im Gegenteil, als typischer Spontankäufer mache ich mir oftmals viel zu wenig Gedanken darüber, was ich da eigentlich konsumiere und welchen Institutionen ich gerade wieder Geld in den Rachen schmeiße. In dieser Hinsicht muss ich mir immer wieder an die eigene Nase fassen und an mir arbeiten. Aber ich wehre mich entschieden gegen besagte kollektive Dummheit: Etwas toll zu finden oder zu konsumieren, nur weil andere es tun. Man sollte immer selbst entscheiden, was man haben oder machen möchte, egal ob spontan oder nach reiflicher Überlegung.

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Otti
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