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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

The Dance Inc.

Wunderbar erfrischend, außerordentlich tanztauglich und vielseitig abspielbar, so präsentiert sich eine junge Pop-Combo aus deutschen Landen, die sich den vielversprechenden Namen "The Dance Inc" gegeben hat. Mit ihrem Longplayer Legs and Arms debutieren sie seit kurzem in unserem Musikgeschäft.
Dabei stellt sich mir die ganze Zeit die Frage:Was ist eigentlich das Pop-Äquivalent zu "rocken"? Wer mir diese Frage unten im Kommentarfeld richtig beantwortet, bekommt bei nächster Gelegenheit nen Keks. *gg*

Otti:
Der Einstieg in ein solches Interview ist ja bekanntlich immer schwer. Die meisten Künstler sind auch genervt, wenn sie sich jedesmal wie in der Bandinfo neu vorstellen müssen... Daher hier meine erste Frage: Was ist und macht "The Dance Inc." nicht?

Jan:
Hmm... Dance Inc. machen keinen Deutschrock und treten schon mal nicht bei der Jägermeister Rockliga auf.

Otti:
Euer erstes Album Legs and Arms ist seit wenigen Tagen auf dem Markt, für euch ist es der erste Longplayer nach zwei EPs und einer Reihe von Live-Gigs. Welche Gefühle und Gedanken haben euch in den letzten zwei Wochen geprägt und beschäftigt?

Jan:
Wer dreht das Video und wird es rechtzeitig fertig? Wann ist das Vinyl endlich aus dem Druck? Läuft die Promo? Bekommen wir nen Tagestip für die Release Party in der Zeitung?
Wann kommen die Plakate? Ich will wieder mehr über Musik nachdenken! So Sachen gehen uns durch den Kopf. Wir machen ne Menge selber, zusammen mit dem Label und Vertrieb und allen die sonst noch mithelfen. Jetzt sind wir sehr gespannt auf die Reaktionen auf das Album.


"Wenn das Publikum zu unserer Musik tanzt, dann ist das ein Kompliment und das finden wir super!"

Otti:
Faszinierend finde ich immer wieder, daß neue junge Bands wie ihr, jemanden wie mich, der sich tagtäglich mit Musik beschäftigt, und eben auch viele andere Menschen überraschen können. Wie erklärt ihr euch, daß die Musik nie an einen Punkt kommt, wo sich alles nur noch wiederholt?

Jan:
Gelegentlich tut es das ja und das nennt man dann glaube ich Trend. Da hat dann mal eine Band was Neues irgendwie kreiert und alle Epigonen stürzen sich drauf. Das ist dann langweilig und öde. So wollten wir nie Musik machen, und das interessiert uns auch nicht sonderlich. Da kann man eh nur irgendwann frustriert aufgeben. Dance Inc. ist irgendwie eine gewachsene Band und wächst immerzu, und wir finden das selber ganz spannend zu beobachten was alles möglich ist. Wir fangen ja grade erst an offiziell, und da ist man natürlich hoch motiviert und will alles. Das hört man dann auch in der Musik, denke ich.

Otti:
Der Bandinfo ist zu entnehmen, daß es eine Weile gedauert hat, bis ihr euch zu der heutigen Einheit geformt habt. Beschreibt doch bitte kurz mit eigenen Worten, wie dieser Prozess vonstatten ging, und was euer Bandgefühl heute ausmacht.

Jan:
Angefangen haben wir als Homerecording Projekt in Stefans Zimmer. Wir haben einfach immer wenn uns danach war ein Stück aufgenommen. Wir haben uns den ganzen tag eingeschlossen und bis in die Nacht an dem Stück gearbeitet. Danach waren wir dann immer ganz high und dachten, dass das jetzt das tollste wäre, was wir bisher geschrieben hätten. Als wir dann angefangen haben mit Dance Inc. auch live zu spielen, haben wir gemerkt, dass die Leute irgendwie überwältigt und teils überfordert waren von unseren überbordenden Songs. Also dachten wir: wir machen jetzt ernst und müssen dafür die einzelnen Parts auf mehrere Instrumente verteilen, damit die Musik mehr Klarheit und Dynamik bekommt. Wir fragten Andrè, ob er nicht Lust hätte bei Dance Inc. Schlagzeug zu spielen. Tatsächlich hatten wir nie vor ein klassisches Synthiepop Duo zu sein oder ein Techno Act, dafür war unsere Musik schon von Anfang an zu maximal. Wir haben eine Affinität für ausschweifende Arrangements.

Otti:
Euer Bandname impliziert ja gerade, daß für euch das Tanzen zu den Höchsten der Gefühle gehört. Was macht für euch das besondere am Tanz aus? Welche Tanzformen findet ihr besonders ästhetisch?

Jan:
Unseren Bandnamen verdanken wir dem Rückenaufdruck dieser schicken schwarzen Nylon Jacke, die mir damals ein Freund aus Los Angeles schenkte. Wir fanden das sehr passend für unsere Dance-Pop Gruppe und haben das einfach übernommen. Wenn das Publikum zu unserer Musik tanzt, dann ist das ein Kompliment und das finden wir super!
Wir tanzen auch gern wenn uns was gefällt, keine Frage: Dance Inc. verpflichtet zum Tanz!

Otti:
Wenn ich "don`t run to the suburbs" richtig deute, ist es ein Aufruf an junge Menschen, sich selbst zu verwirklichen, nicht blind in den Alltag ihrer Eltern zu folgen. Warum fehlt so vielen Jugendlichen die Kraft und auch die Ideenvielfalt, nicht in ihrem täglichen Sumpf aus PC, Drogen oder Frustration zu versinken?

Jan:
Es geht darum, sich eine gewisse Offenheit und Neugierde zu erhalten. In Bewegung zu bleiben, mental vor allen Dingen. Ich habe die Vorstadt als Symbolik gewählt, mehr um einen Zustand darzustellen, der in einem selber wächst, als eine äussere Umgebung zu schildern, in der man aufwächst. Ich glaube daran, dass es lohnenswert sein kann sich seine Träume und Ideale zu bewahren und sie nicht an den Nagel zu hängen, weil man fürchtet, langsam mal vernünftig und solide werden zu müssen. Genauso schwierig und beängstigend ist es aber, sich überhaupt erstmal auf diesen Freiraum, dieses unabhängige Denken einzulassen, gerade wenn man jung ist und der Druck extrem hoch.

Otti:
Bei "some angel" formt sich mir dann wiederum sofort das Bild eines Menschen, der auf seinen Schwarm/seine Angebetete wartet und sitzen gelassen wird. Dieses Gefühl, auf einen Anruf zu warten der einfach nie erfolgt. Warum können solche Situationen so grausam für einen Menschen sein?

Jan:
Es ist eher das Warten im Allgemeinen. Das Warten darauf, dass endlich das passiert nach dem du dich jetzt schon so lange sehnst und worauf du schon eine halbe Ewigkeit wartest. Du wartest darauf, dass endlich deine Chance kommt und du loslegen kannst. Und wieder musst du dich in Geduld üben und weiter machen.

Otti:
Ein Schicksal, das derzeit die Welt bewegt ist das der kleinen Madeleine aus England. Wenn ihr von solchen Entführungsfällen hört, den täglichen Wahnsinn dieser Welt in den Medien erlebt, wie verarbeitet ihr das? Und wie schafft man es, nicht den Glauben an den menschen an sich zu verlieren?

Jan:
Ich bekomme tatsächlich gerade nicht viel aus der Welt mit. Ich komme nicht dazu Zeitung zu lesen, weil ich so viel mit der Band und allem anderen zu tun habe. Hoffe, das ändert sich bald mal wieder. Was auch passiert, mir geht es dabei um einen differenzierten Blickwinkel.
Ich verabscheue Pauschalisierungen, und darum glaube ich auch weder an einen guten noch an einen schlechten Menschen im Allgemeinen.

Otti:
Wo holt ihr euch generell die Inspiration zu eueren Texten und zu euerer Musik her?

Jan:
Musik sprudelt so aus uns raus und passiert meistens einfach. Bei mir ist das jedenfalls so, und bei Stefan überwiegend auch, glaube ich. Textlich verhält sich das im Prinzip genauso. Wir schreiben ständig und alles auf und machen dann später Stücke daraus.

Otti:
Viele Menschen unterdrücken ihre Schmerzen, Erinnerungen und innere Leere durch Drogen und Alkohol. Welche Daseinsberechtigung haben diese berauschenden Mittel in eueren Augen, und welche Alternativen seht ihr dafür?

Jan:
Kann ich auch nicht sagen. Das muss erstmal jeder mit sich selbst ausmachen ,wie er oder sie damit umgeht. Mir persönlich ist das jedenfalls meistens zu viel. Ein Trugschluss ist es natürlich, die eine Leere mit einer anderen auffüllen zu wollen. Das wird schnell bitter und trist.

Otti:
Sicher wünscht ihr euch auch, daß euere Songs in Clubs und Diskotheken gespielt werden, worin liegt denn für euch die Faszination an solchen Locations?

Jan:
Spass haben. Menschen treffen. Neues sehen. Locker machen.

Otti:
Und wenn es eine personifizierte Gottheit gibt, ist es männlich oder weiblich? Und vor allem: Wieso?

Jan:
Das führt mir jetzt zu weit..
Viele Grüße & danke für das Interview!
jan

Art des Interviews: Email
01.06.2007 by Otti
The Dance Inc. in unserer Band- und Künstlerdatenbank

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16.05.2007The Dance Inc.: Legs and Arms(Rezension: Musik)

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