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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

ERDLING: "Was ist schon Neue Deutsche Härte?"

Mit ihrem jüngst erschienenen, dritten Album Dämon haben Erdling nicht nur musikalisch einen beachtlichen Schritt nach vorne gemacht. In einem kleinen Email-Interview stand uns Bandgründer und Frontmann Neill Freiwald Rede und Antwort zum Album, zur eigenen Musik und zum Leben im Allgemeinen.

Otti:
Wir führen dieses Interview in erster Linie, weil Euer neuestes Album Dämon jüngst erschienen ist. In Deinen eigenen Worten, was macht Dämon besonders aus?

Neill:
Dämon ist ein besonders ehrliches Album - wir verstecken uns hier nicht hinter kryptischen Metaphern und Unmengen von Elektronik. Dämon ist aber auch ein sehr "negatives" Album, das viel aufdeckt und das Kind beim Namen nennt.

Otti:
Wo siehst Du die größte Entwicklung auf Dämon, im Vergleich zum letztjährigen Supernova? Und was habt Ihr in Bezug auf die Arbeits- bzw Herangehensweise geändert?

Neill:
Wir sind hier deutlich riffbasierter und haben den Schwerpunkt auf die Gitarren gelegt. Dämon ist das Album, mit dem wir letztlich unseren Stil gefunden haben - und darauf wollen wir weiter aufbauen.

Otti:
Außer den Mitgliedern von Erdling selbst, wer war sonst maßgeblich an der Entstehung des Albums beteiligt, und in welcher Form?

Neill:
Einige Songs sind zusammen mit unserem neuen Produzenten Benjamin Schweren entstanden, sowohl im Writing als auch in der Produktion - im Gegensatz zu der Vorgängeralben haben wir auch bei den Programmings deutlich mehr Hand angelegt.

Erdling

Otti:
Das Lied Schau nicht mehr zurück scheint mir sehr persˆnlich. Um wen und was geht es denn da genau?

Neill:
Verlust kann man in vielen verschiedenen Arten erleben, deswegen legt sich der Song nicht auf ein einzelnes Ereignis fest. Auch wenn der Song nahelegt, es handele sich um den Tod einer nahestehenden Person, ist dem nicht so. Ich habe in meiner Vergangenheit oft meinen Wohnort und mein Umfeld wechseln müssen, ohne Herr über diesen Schritt zu sein, und musste so oft den Verlust von Freundschaften hinnehmen. Genau dies verarbeite ich in diesem Song.

Otti:
Maschinenmensch wiederum scheint mir eine Kritik an der gefühlskalten Gesellschaft zu sein, oder täusche ich mich da. Welche Bedeutung hat dieser Song?

Neill:
Es geht um die Gesellschaft, die immer strenger durchgetaktet wird. Individuelle Gefühle rücken mehr und mehr in den Hintergrund. Jemand bezahlt einem anderen Menschen Geld und erwartet dafür, dass dieser wie eine Maschine funktioniert. Ein Missstand, den wir leider alle hinnehmen müssen, bis die Bombe platzt.

Otti:
Wir können und wollen in diesem Rahmen natürlich nicht jeden Song interpretieren, deshalb ganz allgemein noch gefragt: Welche Stücke und Themen auf dem Album sind für Dich besonders wichtig?

Neill:
Im Song Ungeheuer beleuchten wir den Fakt, dass die Gesellschaft Menschen verbraucht, zerstört, aber letztlich auch nicht erkennt, dass sie für die Volkskrankheit "Depression" ganz allein selbst verantwortlich ist. Diese Krankheit haben wir selbst gezüchtet und kaum jemand hat Verständnis dafür. In diesen Zeiten erkennen wir unsere eigene Betroffenheit nur dann, wenn wir die Protagonisten kennen und es in den sozialen Medien breittreten können. Letztlich bleibt jeder mit seiner Depression alleine und das ist grausam.

Otti:
Wenn Du die Welt im Allgemeinen heute betrachtest, was macht Dir Angst, aber auch Hoffnung?

Neill:
Die politischen Strömungen werden zunehmend extremer und das macht uns selbstverständlich Angst. Hass und Vergeltung spielen wieder eine große Rolle im Weltgeschehen, und Hoffnung macht uns dabei einzig der Fakt, dass es immer noch eine intakte Musikszene gibt, die sich von all den Absurditäten des Weltgeschehens absetzen kann und Zuflucht bietet.

Otti:
Die Neue Deutsche Härte hat zwar ihren Ursprung in den 90ern, sich aber gerade in den letzten Jahren zu einer absolut festen Grˆ?e im musikalischen Kosmos entwickelt. Was macht diese Musikrichtung für Euch so spannend und erfolgreich?

Neill:
Was ist schon Neue Deutsche Härte? Tatsächlich bricht dieses Genre gerade aus seinem eigenen Korsett heraus, was wir ziemlich gut finden. Die Genregrenzen verblassen mittlerweile und eröffnen so den Bands ein völlig neues Publikum.

Otti:
Was hebt Euch in euren Augen von anderen Vertretern des Genres ab?

Neill:
Dass wir nicht behaupten, Neue Deutsche Härte zu spielen.

Otti:
Euer Stil findet Anklang sowohl unter Metal- und Rock-Fans, als auch in der Gothic-Szene. Wo fühlt Ihr Euch besonders zuhause? Oder haben solche Subkultur-Kategorisierungen für Euch überhaupt eine Bedeutung?

Neill:
Tatsächlich fühlen wir uns überall auf zuhause, wo Menschen unsere Musik hören und feiern, wo wir Menschen mit Texten helfen können, aber auch ganz besondere Momente erleben dürfen. Genres interessiert uns nicht, uns interessiert allein die gute Zeit, die wir auf Tour und auf Festivals erleben dürfen. Egal, ob auf einem Metal- oder eben Gothicfestival.

Otti:
Ende des Jahres geht es mit Anna Lux auf Tour. Was verbindet Euch mit den Schweizern? Und worauf freut Ihr euch in diesem Zusammenhang am meisten?

Neill:
Ich durfte an einigen Songs mitschreiben und komponieren und war auch an der Produktion des Debütalbums beteiligt. Wir sind gute Freunde und und freuen uns sehr auf die gemeinsame Zeit auf Tour!

Otti:
Und was sind Eure Wünsche für die Zukunft, sowohl musikalisch auch im Leben allgemein?

Neill:
Wir wünschen uns, dass wir noch viele weitere Konzerte spielen und Alben veröffentlichen können. Die verhältnismäßig steile Erfolgskurve gibt uns Recht in dem, was wir tun - nämlich genau die Musik zu machen, die uns gefällt! ;)

www.erdling-band.de

Art des Interviews: Email
22.08.2018 by Otti

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